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Notizen

Ausflug

Te tuve alguna vez. Hoy, en la linde
de los años cansados, te diviso
lejana como el álgebra y la luna.

Jorge Luis Borges

1. Winterthur

Notiz. Die Kunst ist teuer und wird beschützt. März. Winterthur ist ein Dorf mit Weiden und Hügeln, überwuchert von einem Städtchen. Winterthur kennt Industrie und einen Bahnhof. Die Thur ist ein Flüsschen. Schmutziger Schnee. Ich habe zu gehen. Man stolpert mich und zückt fünf Franken. Man ist Frau und mit Koffern bepackt. Ich nehme das Geld und trage die Koffer. Sie nimmt ein Taxi. Ich habe fünf Franken und fahre mit dem Bus. Der Bus ist gelb und bequem. Winterthur ist eine Stadt, wenn man vom Land oder aus Frauenfeld kommt. Das Bauernland ist um Winterthur herum und es ist Schweiz, wirkliche Berge, blitzblank und keine geheimnisvollen Banktresore. Nah ist der Flughafen Kloten und dann Zürich. Das ist Stadt. Die Kunst ist auf einem Hügel. Die Türen, die die Kunst beschützen, sind fest und teuer. Das kann ich nicht bezahlen. Es geht nicht. Ich gehe zurück. Schmutziger Schnee. Alle sind freundlich in Winterthur. Stimmungen regelt das Geld. Am Bahnhof trinke ich einen Franken Kaffee und blättere Eisenbahnwerbung von gestern. Die Kunst ist immer eine Reise weit. Sogar der Konsum, wenn man denn kann.

2. Winterthur

Witz. "Ich bin stolz ein Deutscher zu sein." - "Ja, wir sind auch stolz auf dich." Das habe ich nicht verstanden - statt dessen aber, dass die unbeirrbar stolzen Deutschen wohl solche sind, die noch nicht in der Schweiz waren. Hoher Schnee. Ich sitze im Zug und rauche eine Zigarette. Im Winter wirkt das besonders natürlich.

 


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