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Notizen

Von außen auch, der Blick vorbei

Bei den Physikern ein Gespräch über Kunst. Genauer: Kunstpolitik. Noch nie ist mir so sehr aufgefallen, wie man da aneinander vorbei spricht. Manche Leute meinen mit der Kunst diese selbst, andere die Kreativindustrie, all die Unterhaltungsbranchen und ihre Arbeitsplätze und Honorarverträge. Gemeinsamkeiten gibt es keine. Künstler, sagte einer, interessieren sich wenig für ihre eigenen Anliegen. Er irrte: es waren nicht ihre Anliegen, die da besprochen wurden.

Künstlerische Anliegen sind tatsächlich kein Gegenstand der Politik - so wenig wie kassenärztliche Abrechnungsfragen ein medizinisches Thema sind. Rhythmik und Rentenrecht lassen sich kaum gemeinsam diskutieren - wer es versucht (viele), erntet Albernheiten. Poetik und Urheberrecht wiederum haben durchaus miteinander zu tun - weil letzteres nicht allein Publikationsfragen trifft, auch die Entstehung der Werke - schon, dass es welche sind. Letztlich muss man jeden Satz prüfen, mit wem er im Bett liegt.

 


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