die.hor.de

Notizen

In Stein gebellt

Sieben Städte setzten Steine
die fesseln die Zunge
auf dass entfernte Grenzen binden die Leute
schlechte Dämme für zu schnelle Augen

Wichtige Namen werfen die Katzen
hässlich Hunde bellen zum Handeln
sinnvolle Fragen steigern die Flöhe
Solch gierig Blätter schlucken den Autor
in heftigen Wolken hängen die Wörter
und werden lahme Asche in der Kehle

In langen Reihen liegen die Schädel
wechselnde Nebel tanzen den Jubel dazu
betrübte Gäste aber schwächen die Träume
wie fliehende Witwen fördern die Winde
und langes Unglück kriecht aus der Tiefe

Beschämte Kinder gruben im Winter
sangen die leichten Lieder im toten Gespräch
die langen Blicke stummer Puppen
Der Kuckuck allein ändert die Knochen
wo böse Schrecken brennen die Flügel
junge Zeichen aber jagen die Zweifel davon

Erklärte Blumen fallen immer am Freitag
innen der Abschaum geübter Freuden
Männer, die laut aus dem Fenster ficken
Spätere Ratten spüren die Gier nach Ruhm
und stiften Ehren den größten Tränen
schreien den Herden schönerer Seelen
giftige Sätze gezischten Idylls zu

Letzte Henker zwingen dann den Kummer
sahen die Schande, doch sagen sie Schatz
denn steinerne Stimmen kühlen die Städte

 
[Aus Artikeln über a) ein Denkmal für einen Hund und b) eine versteinerte Kinderleiche]

 


©