die.hor.de

Notizen

Heilig sprechen

Poesie, meinen viele, habe Poetisches zu sagen, nicht nur typische Sujets (Liebe, Geburtstag, Krieg, Dichtertum) zu behandeln, auch typische Haltungen einzunehmen (weltferne, innerliche, genialische, akademische, sportliche). Erwartbares Saggut.

Wie klischeefrei dagegen leben die Musiker, die Erzähler, die Filmemacher, die Grafiker ... Sollten sie mich weniger erhaben schauern lassen als die Dichter?
Nein!

Und die Lieb' auch heftet fleißig die Augen
Und Nasen und Ohren auch:
Was bleibet aber, stiften die Regisseure.
Was bleibet aber, stiften die Romanciers.
Was bleibet aber, stiften die Goldschmiede.
Was bleibet aber, stiften die Fotografen.
Was bleibet aber, stiften die Komponisten.
Was bleibet aber, stiften die Architekten.
Was bleibet aber, stiften die Essayisten.
Was bleibet aber, stiften die Parfümeure.
Was bleibet aber, stiften die Kupferstecher.
Was bleibet aber, stiften die Maler.
Was bleibet aber, stiften die Zeichner.
Was bleibet aber, stiften die Songwriter.
Was bleibet aber, stiften die Zauberer.
Was bleibet aber, stiften die Bildhauer.
Usw.
Was länger uns bleibt, stiftete der Anstreicher,

Zeichung: Adolf Hitler.

Das Bleibendste aber, stiftet der Bleistift: Graphit.

 


©