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Notizen

Grüne Bäume

Grüne Bäume, grüne Bäume*, das Gespräch
über Blätter und Zweige und Vogelgezwitscher
ist Politik**
Fort, die den Wald fürchteten, fort
auch die Küsser der Wurzeln im finsteren Tann***
Für die es aushalten, die abseits stehen
bleibt das Gedicht

Blühende Wiesen, summende Bienen
und leuchtende Sternenpracht
das hat auf seiner Insel vielleicht noch der Reiche
Zu Hause kostet es Fahrgeld und Eintritt
Zu Hause lesen wir Verse
ergeben uns müde und kaufen
uns ein Gedicht

Schweigen im Wald, murmelnde Wasser
harmloser Wörter, unsre Verbrecher
schweigen nicht mit
Fällen die Bäume, reißen die Wurzeln
unter verständiger Mitwisserschaft
Zucker den Bienen, Honig den Reichen
uns ein Gedicht

Grüne Bäume, grüne Bäume, das Gespräch
der Maschinen endet die Mühe des Tages
nächtliche Zwecke tastet von nun an die Hand
Letzte Kanäle
Murmelnder Wasser ändern sich täglich
Es bleiben die Schäume, für die Toten
bleibt das Gedicht

 

    *http://www.matoni.de/heine/hhbl_040.htm
  **www.usc.edu/libraries/archives/arc/libraries/feuchtwanger/exhibits/Brecht/Nachgeborenen.html
***ww.dani.de/witze/auspack.sht

 


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