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Notizen

Gluten

1. die drachen bruellen nicht mehr, noch haemmern die wichte. die engel schweigen, die feen verplaetschern im see. tritte, lautsprecher, autos, die nicht bloss hupen. der handel hat stimme, die betoerung, die fuehrung, die anaesthesie. eine tobt, eine fluestert: schlaf ein.

2. die stimme meines kindes. der laut der gefassten natur. des geraeusch meines nachbarn. der krach der menge. ach, ohr, lausche besser. was weiss die gans ueber dir? hoere ihr zu. uebe. da schnuert ein fuchs durch deine strasse, da faellt ein mensch - was zoegerst du?

3. die verstopften ohren wollen nicht hoeren. diese welt ist nicht schoen. meine stimme ist haesslich & klein, fluestert der mund, verstummt. wie koennt ihr zusammen gross sein? die blinde zunge sucht von geburt an die muschel, will hinein. hoere, ohr. mund, sprich.

4. die liebe macht schoen, sonst nichts. keiner ist haesslich, klein. jeder ist schoen, dem, der ihn liebt, jeder ist gross, denn in uns ist alles, das groesste selbst im schneckenhaus. sehnsucht ist unser fenster, liebe die tuer. liebe dich mund, wenn du zum ohr sprichst, & liebe das ohr.

5. ach ohr, liebe ist vor deiner geburt. das lehrt dich hoeren. der mund ist blind, doch du kannst sehen. jeden gruss von den lippen, atome, die im atem wehen, schall, den die zunge schickt: mach auf, liebe ist wachsen. liebe den mund. hoerst du das, ohr? hoere genauer.

[detroit. type gun.]

 


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