die.hor.de

Notizen

Früher Spaziergang

Immer das Gute sehen. Und auf den Tellern, was irgendwie hieß - Wie schon mein Bruder, der Sommer, voranging, den trostvollen Singsang verpackt. Geschlossen: ein Bund mit den Füßen, mit dem Mund, mit der Lunge. Meinungen, spanische Wände, und ich ohne Vertrag. Nie werde ich diese Erde verlassen. Zwei Augen weiß ich, berichtend, was eben noch war. Was damals war, als Wichtigkeiten zu Kopf stiegen, Herzen verklemmten, ich weiß es nicht. Wie nanntet ihr es, das den Atem würgte, dumpfe Wolken wie Watte stopfte und Worte unter die Zunge schob? - jung, und die Welt war neu; so schnell ist ein Leben, dass keine Zeit bleibt zu erinnern. (Und dann, denken Sie nur, bin ich betrunken.) Nur steht da ein Schatten, ein Duft - ein Licht tanzt über dem Abgrund, ein Gesicht - ein Lächeln, Tränen, ein Traumgefühl, auf dass mir jeder verzeiht. Heißt selig! Ein Wiegen des Atems im Schritt. Die losen Worte, mit ihren Krallen nach Papieren gierend, ufernd in anderen. Zurück in der Stadt, später, vergebe ich auch. (Das ist der Fluchtweg, ach Mitseelen, nach vorn.) Hütten, Paläste! Jeder Trost kostet an anderem Ort eine Münze Verzweiflung. In die billigen Kissen gebettet, wartend auf fleißige Hände, die kaum etwas rührt in den Arbeitszeiten, wie das Brot den Bauch schinden wird, wissend! - den Sparpfennig wägend - an den Heimen vorbei. Duftende Wiesen - nie pflanzt' ich im Garten, nie fuhr ich zur See, herbstende Gräser, der ich der Frühling war, sind alles -, das ich versteh. (Im Dienst der Tischsitten freilich, es ist kein Septemberritual.) "Dass mir am Ende ein Lohn winkt!", Paradiese erstehen, und nicht ein Müllsack oder ein Feuer, wenn es vorbei ist, zum Himmel schreit. Schreit und stinkt und grauer Rauch, der von Fett klebt, was keiner wissen will... So reden sie hastig, tippen Pamphlete, fahren wie der Wind mit dem Wort über Tote. Die Vögel singen's nicht mit, fliegen bloß fort. Wiederum anders brüllen die Schweine beim Schlachter. Der hat ein Gedicht an der Wand. Unser Wind weiß ja nicht, was er redet. (Bald, im Oktober, reifen die Tafeln. Tragt auf!) Weiß ich denn, ob Gedanken das Herz mir beschatten? Sagen's zwar oft genug, doch auch in den Beeten verkümmern die Bohnen im Dunklen - nur Tabletten und satte Vernünftigkeiten sind gut. Zwischen Tellern und Kloschüsseln wählen... Sicher enthüllt das Charakter; auch im Schmutz nebenan leben welche, unter der Sonne, im Regen. (Du - sing lauter Dionysos, die Gabel links!) Du mit dem Schädel, Spröde, Jugendliche, sprich: "Es ist kalt". Das Meer aber kocht, wiegt seine eigene Zeit in den spiegelnden Fenstern. Gehen wir? Geradeaus, Oktober, gilbt es nach vorn.

"Ich bin kein Spieler. Nach einem erfüllten Leben will ich friedlich entschlafen. Verstehst du? Bis zum Schluss will ich es nicht setzen. " Ich sehe es. Morgens den Deichpfad am Stift entlang. So groß ist das Meer, so kurz sind die Leut, in der Mitte Beton. Sie klopfen an, aber sie werden schon weitergehn.

 


©