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Notizen

Ein Publikum!

Ich kann eine ansehnliche Bühnenshow liefern, selbstverständlich. Ich trete auf, werfe mit Wörtern um mich, zeige, was ich meine, indem ich Benzin verspritze, stelle, lege Wassereimer, Feuerwerk bereit, ziehe eine Pistole und schieße mich tot. Ich könnte um Abstimmung bitten: Wer soll erschossen werden? Das bin dann ebenfalls ich, den auf der Bühne kennen die meisten. Vielleicht melden sich Freiwillige für das Schießen. Tippe ich Wörter, die ein Computer spricht, fasse die Tastatur wie eine Gitarre, fühlt man Konzert, stelle ich Wissensfragen vor der Wahl (frech solche z.B., zu denen Wikipedia irrt), das Fernsehen, also Kabarett, stelle ich mich in einen Bilderrahmen ... Dann aber Peng. Ich will nicht langweilen. Vielleicht eine Vorgruppe, statt Schusswaffe eine Guillotine, oder alles ohne Wörter; wo Vaterland und Muttersprache in klammen Küchen ihre Kinder ficken, reicht ohnehin die Tat. Und wäre Internet dabei, wäre es gleich diskreditiert. Das auf die Frage, ob ich mir einen bewegenden Auftritt zutraue. Einen, ja. Gerne mit weiterer Botschaft, die könnte zur Deckung der Kosten vorab versteigert werden. Aber was hätte ich davon?

 


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