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Notizen

Auch diesseits

Die späteren Gedichte aus der Nebelkammer
die mit den Sonnenbrillen, denen das Buch träumt
Fahnen genetischer Codes, Beschwerden
dem Röntgenblick apokalyptischer Fernrohre
Morgen ist Linie aus Fingerfarben
Kein Tag ohne Linie, wenn sich der Mensch
fortschreibt über die Toten, kein Tag
ohne das eine Ich und seine Blumengebinde
die sich verhaken mit den Sternspuren
im inneren Auge, das alles Du macht
und Ich in der je eigenen Welt

Die früheren Gedichte aus dem Bernsteinzimmer
angeschlagen unter der Petschaft der Obrigkeit
zum Kirchenton wieder erblühend
rieselnd mahnend Papier - auch sie, aber frei
aus den Mauerritzen, den Landschaftsspuren
in den Gesternregionen des Sumpfhirns
Alles Chemie aus Medeas Kessel, Patina
Morgen ist Linie aus Fingerfarben
gestern ein chemisches Wir
heute hingegen ist kurz
der allezeit eine Augenblick allein

 

 


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